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Falsches Signal in Richtung ?Hochkultur? - Kulturhauptstadt GmbH nicht unter Konzern-Führung stellen

Die Fraktion der Linkspartei.PDS im Regionalverband Ruhr (RVR) lehnt die Nominierung des Vorstandsvorsitzenden des RAG-Konzerns, Werner Müller, zum Aufsichtsratsvorsitzenden der Kultur 2010 GmbH ab.

Die Absicht, die in den Gremien des RVR als größtem Gesellschafter der Kultur Ruhr 2010 GmbH nicht abgestimmt ist, würde den Ruhrkonzernen einen Einfluss auf die Organisation und Durchführung der Bewerbung sichern, der in keinem nachvollziehbaren Verhältnis zu ihrer Beteiligung steht. Größte Geldgeber des mit 48 Mio. ? veranschlagten Etats der Kulturhauptstadt sind der RVR und das Land NRW mit jeweils 12 Mio. ?. Die Sponsorengelder aus der Wirtschaft werden auf 8,5 Mio. ? veranschlagt.

?Die Kulturhauptstadt darf nicht unter das Kommando der Ruhrkonzerne gestellt werden,? stellt Wolfgang Freye, Sprecher der Fraktion Die Linke.PDS im RVR, fest. ?Sonst wird die erfolgreiche Bewerbung womöglich nur noch unter dem Aspekt der Wirtschaftsförderung gesehen. Schon jetzt wird die Ruhr-Wirtschaft bevorzugt. So wird den Mitgliedsunternehmen des Initiativkreises Ruhrgebiet die Möglichkeit eingeräumt, die von ihnen für das Kulturhauptstadt-Programm zugesagten Gelder direkt zu finanzieren. Sie können sich somit auch die Projekte, die sie wollen, selbst aussuchen. Die öffentlichen Geldgeber zahlen dagegen in einen gemeinsamen Topf ein, über den in der GmbH entschieden wird, also mit Beteiligung des Initiativkreises Ruhr.?

Nach dem, was der Initiativkreis Ruhr bisher organisiert und finanziert hat, z.B. das Klavierfestival Ruhr, ist zu erwarten, dass das Gewicht noch mehr auf ?Hochkultur? und ?Events? verschoben wird. Auch die Überlegung, Peter Sellars als zweiten Geschäftsführer der Kulturhauptstadt 2010 GmbH einzusetzen, zielt in die gleiche Richtung. Aus Sicht der Fraktion Die Linke.PDS wäre es völlig falsch, für ein von Sellars geleitetes Opern-Projekt neben dem Triennale-Programm 12 Mio. Euro zu verplanen, d.h. die Hälfte des Veranstaltungsetats.

?Die Kulturhauptstadt wird nur dann ein Erfolg werden, wenn die Menschen im Ruhrgebiet mitgenommen werden und das Ziel der Nachhaltigkeit im Vordergrund steht,? so Wolfgang Freye weiter. ?Für Beides ist die Beteiligung der örtlichen Kultureinrichtungen von Oper und Theater bis zur Volkshochschule und den soziokulturellen Zentren, der freien Szene und der regionalen Kulturschaffenden wichtig. Darüber redet jedoch keiner, und Herr Müller wird als Mann der Wirtschaft wohl kaum derjenige sein, der solche Erörterungen vorantreibt.?

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