?Kultur in Deutschland? zeigt Mängel auf - Kulturhauptstadt kann von Bericht der Enquete-Kommission lernen
Die Fraktion DIE LINKE. im Regionalverband Ruhr (RVR) begrüßt den vom Bundestag vorgelegten Abschlußbericht der Enquete-Kommission ?Kultur in Deutschland?, der am 12. Dezember 2007 vorgelegt wurde. Mit dem Bericht setzt die Enquete-Kommission Maßstäbe für eine Kulturpolitik, von denen die bisherige Planung für die Kulturhauptstadt 2010 und die Ruhr 2010 GmbH noch weit entfernt sind.
?Die Kulturpolitik wird seit Jahren wie ein Stiefkind behandelt?, erklärt Jürgen Klute, Mitglied im Bundesvorstand der Partei DIE LINKE und Vertreter der Fraktion DIE LINKE im Kulturausschuss des RVR. ?Und damit meine ich nicht nur die mangelhafte finanzielle Ausstattung, sondern auch das krampfhafte Festhalten an Kulturpolitik als Eventmarketing für die so genannte ?Hochkultur?. Die Alltagskultur der Menschen fällt dabei oft völlig hinten raus.?
Der Bericht definiert Kultur als ?ständige Selbstreflexion der Gesellschaft über ihre Werte und Standards.? Kultur ist, so der Bericht weiter, ?nicht nur für die Individuen und ihre Lebensqualität, sondern auch für die Entwicklung der Gesellschaft wichtig?. Aus diesem Grund fordern die Verfasser des Berichts die Einbeziehung möglichst vieler Menschen in kulturelle Aktivitäten im Sinne eines Bürgerrechts auf Kultur. ?Kultur für alle? und ?Kultur von allen? sind hier die folgerichtigen Stichworte.
Der Bericht der Enquete-Kommission geht auch auf die soziale und wirtschaftliche Lage der Künstlerinnen und Künstler in Deutschland ein. In der Mehrzahl leben diese ?bestenfalls in auskömmlichen Verhältnissen, oft aber in bleibender Armut?. In dieser Situation sind nach Ansicht der Fraktion DIE LINKE im RVR der RVR und die Revierstädte gefordert, die Kulturhauptstadt 2010 und den Masterplan Kultur als Chance zu einer politischen Kurskorrektur zu nutzen, um die nötigen politischen Rahmenbedingungen für eine demokratische Kultur- und Kunstregion und für eine Verbesserung der Lebensverhältnisse der Künstlerinnen und Künstler zu schaffen.
