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Nachhaltigkeit statt teure ?Events? gefordert! - Linke.PDS hält nichts von zusätzlichem Festival für Kulturhauptstadt

Die Fraktion Die Linke.PDS im Regionalverband Ruhr (RVR) lehnt das vom Kulturstaatssekretär der Landesregierung, Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, ins Gespräch gebrachte ?Zusatz-Festival? für das Kulturhauptstadt-Jahr 2010 ab.

Auch wenn mit dem amerikanischen Regisseur Peter Sellars ein ausgewiesener Linker als Leiter dieses Festivals im Gespräch ist, kann es nicht angehen, dass fast ein Drittel des geplanten Kulturhauptstadt-Etats für ein Festival mit Mozart-Opern ausgegeben wird, das Sellars ? wie es heißt ? in ähnlicher Form schon für die diesjährigen Wiener Festwochen inszeniert hat.

?NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hat selbst mehrfach betont, dass es bei der Kulturhauptstadt 2010 um Nachhaltigkeit und die Stärkung der in der Region vorhandenen Kräfte gehen muss,? so Wolfgang Freye, Sprecher der Fraktion Die Linke.PDS im RVR. ?Jetzt will sein Kulturstaatssekretär 16 Mio. Euro für ein sechswöchiges Festival verpulvern, das zusätzlich zur Ruhr­triennale stattfinden soll und von dem bestenfalls ein kurzfristiger Werbeeffekt übrig bleibt. In punkto ,Hochkultur? sollte die Zeit stattdessen genutzt werden, um erstmals eine Kooperation der vorhandenen Theater- und Opernhäuser in unserer Region zu entwickeln. Es mangelt nicht an Spielstätten, Ensembles, Intendanten usw. sondern eben an der Zusammenarbeit.?

Für skandalös hält die Fraktion Äußerungen aus der Staatskanzlei, nach denen das Zusatz-Festival auch gegen den Widerstand der Ruhrgebietsstädte durchgesetzt werden soll. Angeblich sollen die vom Land als Zuschuss geplanten 12 Mio. Euro womöglich zweckgebunden vergeben werden.

Auch der Initiativkreis Ruhrgebiet behält sich als kulturpolitischer Zusammenschluss der großen Ruhr-Konzerne die zweckgebundene Vergabe der von ihm mobilisierten Sponsor-Gelder vor. Geplant sind immerhin 8 Mio. Euro. Gleichzeitig wollen sowohl das Land als auch der Initiativkreis als Gesellschafter der zu gründenden Kultur 2010 GmbH als Träger der Kulturhauptstadt munter über die von Kommunen, RVR und Bund aufgebrachten Gelder mitbestimmen.

?Die Kulturhauptstadt 2010 wird nur dann positive Effekte für die Region bringen, wenn sie auch von der Region getragen wird, und das heißt in erster Linie von der Bevölkerung und den vielen Menschen, die im Kulturbereich tätig sind,? so Wolfgang Freye weiter. ?Sowohl das Land als auch die Chefetagen der Ruhr-Konzerne dürfen die Planung nicht durch einseitiges ,Hineinregieren? oder die Verfolgung von Eigeninteressen nicht schon vor Gründung der GmbH gefährden.?  

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