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Innenstadtautobahnen fördern Verarmung - Soziale Auswirkungen in die Planungen mit einbeziehen

Die Fraktion DIE LINKE im Regionalverband Ruhr (RVR) fordert, dass bei zukünftigen Straßenbauprojekten und dem Neu- und Ausbau von Stadtautobahnen nicht mehr nur die Umweltverträglichkeit, sondern auch die Sozialverträglichkeit geprüft wird. Hintergrund dieser Forderung sind die Ergebnisse einer Studie des Forschungsinstituts ?TOPOS Stadtplanung Landschaftsplanung Stadtforschung? bezüglich der Sozialstruktur von Stadtteilen, die an einer Innenstadtautobahn liegen. Im Auftrag der Linksfraktion im Bundestag hat das Forschungsinstitut solche Stadtteile in Berlin und in Essen untersucht.

?Erschreckend ist vor allem die Tatsache, dass überproportional viele Menschen, die direkt an einer Autobahn wohnen von Armut betroffen sind?, erklärt der Fraktionsvorsitzende Wolfgang Freye. ?Wirklich überraschend sind die Ergebnisse der Studie zwar nicht, aber man hat nun endlich den wissenschaftlichen Nachweis angeführt, dass die Anwohnerinnen und Anwohner an Innenstadtautobahnen häufiger in prekären Verhältnissen leben als in anderen Stadtteilen.?

Das Gutachten der TOPOS kommt zu dem Ergebnis, dass 27% der Menschen, die direkt an der Autobahn wohnen, arbeitslos sind; ein Vielfaches über dem Wert im ganzen Stadtgebiet. Die Haushalte an der A 40 müssen im Schnitt mit 1200 Euro im Monat auskommen, deutlich weniger Geld, als den Haushalten in anderen Stadtteilen zur Verfügung steht. Viele Wohnungen sind renovierungsbedürftig. Doch auch die Bewohner der ?zweiten Reihe?, also nicht direkt an, aber in unmittelbarer Nähe der Autobahn, haben eine schwierigere soziale Situation, als die Menschen in anderen Stadtteilen, die nicht von der Autobahn berührt werden.

Die Studie stützt sich unter anderem auf eine Umfrage von 2.000 Haushalten (rund 4.000 Personen) entlang der A 40 im Essener Westen. Sie belegt im Ergebnis eindeutig, dass Stadtautobahnen zu einer soziostrukturellen Abwertung ganzer Wohngebiete führen und das, obwohl die Mieten nicht besonders niedrig sind, sondern knapp dem Mietspiegelmittelwert entsprechen.

?Wir fordern, dass vor dem Hintergrund dieser Studie die aktuellen Planungen im Ruhrgebiet, insbesondere für die immer wieder heiß diskutierten A 52 und A 44, überprüft werden?, führt Wolfgang Freye weiter aus. ?Gerade die A 52 würde in den bisherigen Planungen den Essener Osten durchschneiden, Auswirkungen auf Gelsenkirchen haben und in Gladbeck mitten durch die Stadt führen.?

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