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Verbandsversammlung am 10. Oktober 2011- Redebeitrag von Eleonore Lubitz zu unserem Antrag zum TOP 1.6 Kulturmetropole Ruhr- Perspektiven nach der Kulturhauptstadt (Verabredung RVR/Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW)

Eleonore Lubitz

Herr Vorsitzender, liebe Kolleginnen und Kollegen,

es ist uns ein besonderes Anliegen, dass die Kultur ihren angemessenen Stellenwert in unserer Region erfährt. Auch in diesem Jahr haben wir daher eine Kulturkonferenz in diesem Hause durchgeführt, bei der es um die Fragen ging, wie Kooperation und regionale Kulturpolitik in Zukunft organisiert werden können und welche Rolle der Masterplan Kultur spielen kann und soll. Anschließend haben wir weitere Gespräche mit Kulturschaffenden und Kulturverantwortlichen aus verschiedensten Kommunen geführt. Die Ergebnisse sind in unseren Ergänzungsantrag eingeflossen.

Für das Gedeihen einer Ruhrkultur muss die Verbandsversammlung die Rahmenbedingungen setzen. Dazu gehört, dass der RVR eine starke Stellung einnimmt bei der Aufrechterhaltung, Weiterentwicklung und Förderung regionaler Kulturpolitik und der sich daraus entwickelten Netzwerke.

Um diese Entwicklung nachvollziehbar und transparent zu gestalten, und da gibt es ja mehrheitlichen Konsens, kommt dem Ausschuss für Kultur und Sport des RVR eine besondere Bedeutung zu.

Wichtig ist aber auch die Bildung eines Lenkungskreises, angesiedelt bei der Regionaldirektorin, der sich aus den Kulturdezernenten der Mitgliedskommunen des RVR, den Geschäftsführern der beauftragten Gesellschaften gemäß vorliegender Vereinbarung und aller in der Verbandsversammlung vertretenen Fraktionen zusammensetzt.

Ferner soll der in der Vereinbarung vorgesehene Beirat für die eigenständige Säule ?Künste im urbanen Raum? teilweise personenidentisch mit dem Lenkungskreis sein und selbstredend müssen auch hier alle Fraktionen der Verbandsversammlung vertreten sein.

Wichtig ist uns mittelfristig auch die Prüfung der Einrichtung eines Kulturbeirates Ruhr, der sich möglicherweise aus dem angedachten Beirat weiterentwickeln kann, zusammengesetzt aus Vertreterinnen und Vertretern kultureller Einrichtungen sowie der freien Szene. Er kann sich an dem Kulturbeirat orientieren, den es z.B. in Essen gibt und der seit Jahren dazu beiträgt, die verschiedenen Einrichtungen zusammenzuführen.

Inhaltlich legen wir einen besonderen Stellenwert auf die Fortführung der Interkulturellen Zusammenarbeit, die Projekte Melez und TWINS sind gute Beispiele. Aber um dem UNESCO-Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen gerecht zu werden, reichen zwei Projekte nicht aus, hier muss gewährleistet sein, dass auch kleinere Projekte einbezogen werden.

Gemäß dem Zitat von Klaus Tenfelde ?Wir benötigen mehr Geschichte in eigener Regie?, muss der ?Wandel durch Kultur? auch die Ansätze aus dem Kompetenzfeld ?Geschichtskultur/Historisches Erbe? im Masterplan Kultur fortführen.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Die im Masterplan Kulturmetropole Ruhr aufgezeigten Ausgangssituationen, Stärken, Schwächen sowie Entwicklungsstrategien machen deutlich, dass der Einsatz der Gelder sowohl der Profilierung der hier vorhandenen Kulturlandschaft als auch der Förderung der überregionalen Wahrnehmung des Ruhrgebietes als Kulturmetropole dienen sollten. Ohne die Stärkung und Einbeziehung der ?Basiskultur? geht das nicht.

Uns wäre es am liebsten, wenn hier der RVR eine noch stärkere Rolle spielen würde. Die KulturRuhr GmbH ist aus anderen Gründen und für andere Aufgaben entstanden, als die, die sie nun kriegen soll. Beim RVR wäre Transparenz leichter herzustellen. Daher möchte ich zu dem Zitat von Klaus Tenfelde hinzufügen: Wir benötigen nicht nur mehr Geschichte in eigener Regie, wir benötigen auch unsere Kultur in eigener Regie und für alle Interessierten transparent.

Wir wollen die Vereinbarung jedoch nicht blockieren, deswegen haben wir keinen Änderungs-, sondern einen Ergänzungsantrag gestellt.

In jedem Fall sind wir der Meinung, dass es in Zukunft vornehmlich um Förderung und Entwicklung von Kooperation und Netzwerken in der Region und nicht um neue ?Top-Down?-Programme gehen muss. Hierfür müssen die Mittel für die regionale Kulturförderung eingesetzt werden! Deshalb würde es auch nichts bringen, bei der KulturRuhr GmbH einen Intendanten für die neuen Aufgaben einzusetzen, gefragt ist aus unserer Sicht dagegen mehr Moderation in der Region.

Schließlich ist es uns zur Sicherung der Nachhaltigkeit der Kulturhauptstadt 2010 auch wichtig, dass die Verteilung der finanziellen Mittel nach zwei Jahren unter Vorlage eines Berichtes geprüft wird. Wir wollen es in diesem Zusammenhang nicht verhehlen: Wie andere sind auch wir skeptisch, ob die Arbeit von ECCE tatsächlich dazu geeignet ist, Kreativwirtschaft zu fördern. Deswegen sind wir gerade hier der Meinung, dass spätestens nach einem halben Jahr prüfbare Ziele vorgelegt werden müssen und die auch ?evaluiert? werden müssen.

Wenn sich herausstellt, dass die Mittel anders besser eingesetzt werden können, müssen wir dann auch den Mut haben, das zu sagen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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