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Die Linke im RVR: Reden

Bewerbung als Europäische Jugendhauptstadt 2031

Fraktion Die Linke im RVR, Monetta Marchiano

Rede von Monetta Marchiano zum TOP 7.1 der Verbandsversammlung am 9.10.2026

Sehr geehrter Herr Vorsitzender, 

sehr geehrter Herr Regionaldirektor, 

liebe Kolleg:innen der demokratischen Parteien, liebe Gäste, 

wir finden: Das Ruhrgebiet hat das Zeug zur Europäischen Jugendhauptstadt. Aber dann muss es auch wirklich um junge Menschen und ihre Interessen gehen – und nicht um das nächste große Standortmarketing-Projekt. 

Es ist gut, dass es jetzt eine Stelle gibt, die dafür genutzt werden sollte, die dringende Vernetzung der Jugendverbände sowie anderer Institutionen, die in den Städten Jugendbeteiligungen organisieren.

Für uns als Linke ist deshalb klar: Jugendbeteiligung darf kein Feigenblatt sein. Jugendliche müssen nicht nur gefragt werden, was sie von den Plänen der Erwachsenen halten. Sie müssen von Anfang an mitentscheiden, mitgestalten und tatsächlich Einfluss auf Entscheidungen nehmen können.

Es könnte ein Mittel sein Politikverdrossenheit zu verringern und zur Begeisterung für Politik führen. Jugendliche hätten eine weitere Möglichkeit Erfahrungen zu sammeln, auch unabhängig einer Parteizugehörigkeit oder der Arbeit in der Schülervertretung. 

Genau deshalb begrüßen wir es, dass die Verwaltung erkannt hat, dass solche eine Bewerbung Zeit braucht. Denn wenn wir es ernst meinen mit Beteiligung, müssen wir zunächst wissen, wie aktuell Jugendbeteiligung gelebt wird in den Kommunen. Als RVR sollten wir die Kommunen unterstützen, die Jugendbeteiligungen kaum bis gar nicht umsetzen können. 

Das Bildungsforum in Recklinghausen hat hier bereits den Auftakt gemacht und sich mit der demokratischen Teilhabe Kinder und Jugendlicher beschäftigt. Diesen Prozess müssen weiter fortsetzen, denn wir brauchen Strukturen, in denen junge Menschen zu unterschiedlichen Themen dauerhaft gehört werden.

Wir sollten gemeinsam überlegen, wie ein regionales Jugendgremium aussehen kann, wie Jugendbeteiligung initiiert werden kann, wir wir Jugendliche für politische Arbeit begeistern. Und vor allem sollten darüber nachdenken wie die, wie die Beteiligung nicht nach einem möglichen Titeljahr wieder verschwindet.

Bis dahin müssen wir einen ganzheitlichen Ansatz, denn Mitbestimmung und Auseinandersetzung geht nicht nur im Parlament oder in einem Jugendforum, sondern beginnt in den Räumen der Jugendliche, bspw. in Schulen und Jugendzentren. Denn was bringt uns eine Europäische Jugendhauptstadt, wenn junge Menschen weiterhin zu wenig Räume haben, wenn Kulturangebote unbezahlbar sind, wenn Mobilität im Ruhrgebiet zu teuer oder unzuverlässig ist oder wenn Jugendliche bei politischen Entscheidungen am Ende doch nur zuschauen dürfen?

Wir wollen deshalb nicht nur eine schöne Bewerbung und ein tolles Veranstaltungsprogramm für 2031. Wir wollen nachhaltige Verbesserungen für junge Menschen in Sachen Mitbestimmung im Ruhrgebiet.

Und wir wollen, dass dabei auch diejenigen gehört werden, die sonst allzu häufig übergangen werden: junge Menschen mit Behinderung, junge Migrant*innen, queere Jugendliche, junge Menschen aus einkommensarmen Familien und all diejenigen, die sich in bestehenden Strukturen bisher nicht wiederfinden.

Ich sage das auch aus einer persönlichen Perspektive: Ich selbst habe italienische und bosnische Wurzeln. Für mich ist Europa deshalb nicht einfach eine geografische Einheit oder ein politisches Schlagwort. Europa bedeutet unterschiedliche Geschichten, unterschiedliche Erfahrungen und die Chance, gemeinsam etwas zu gestalten.

Gerade das Ruhrgebiet zeigt, wie sehr Vielfalt unsere Region prägt. Diese Vielfalt darf aber nicht nur auf Bühnen gefeiert werden. Sie muss sich auch darin widerspiegeln, wer mit am Tisch sitzt, wer gehört wird und wer tatsächlich Entscheidungen treffen kann.

Die Bewerbung für 2031 kann dafür ein wichtiger Hebel sein. Aber wir werden als Linke genau hinschauen: Wie wird dieser Prozess gestaltet? Wer wird beteiligt? Und was bleibt am Ende tatsächlich für die jungen Menschen in unserer Region?

Unser Anspruch ist klar: Nicht über die Jugend reden – mit der Jugend entscheiden.

Vielen Dank!

 

Rede als PDF…

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