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Die Linke im RVR: Reden

Zuschusserhöhung für die Kultur Ruhr GmbH

Fraktion Die Linke im RVR

Rede von Monetta Marchiano zum TOP 10.12 der Verbandsversammlung am 9.10.2026

Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrter Herr Regionaldirektor, liebe Kolleginnen und Kollegen der demokratischen Fraktionen,

wir stimmen der Erhöhung des Zuschusses für die Kultur Ruhr GmbH zu. Und zwar aus einem einfachen Grund: Gute Kultur braucht gute und vor allem verlässliche Finanzierung.

Die Kultur Ruhr GmbH und insbesondere die RuhrTriennale sind längst ein wichtiger Bestandteil der kulturellen Infrastruktur unseres Ruhrgebiets. Sie bringen Kunst an einzigartige Orte der Industriekultur und schaffen kulturelle Angebote mit regionaler, aber auch internationaler Strahlkraft.

Dass der Zuschuss seit rund 14 Jahren weitgehend unverändert geblieben ist, während Personal-, Produktions-, Sicherheits- und Veranstaltungskosten massiv gestiegen sind, kann auf Dauer nicht funktionieren.

Die beantragten 95.000 Euro mehr im Jahr sind deshalb keine Luxusausgabe. Sie sind eine notwendige Anpassung, damit kulturelle Arbeit weiterhin unter vernünftigen Bedingungen stattfinden kann – mit dem wir die Ansprüche an Barrierefreiheit, Inklusion, Nachhaltigkeit und faire Arbeitsbedingungen verbinden.

Aber gerade weil hier öffentliche Mittel eingesetzt werden, müssen wir auch darüber sprechen, für wen Kultur gemacht wird und wer tatsächlich Zugang zu ihr hat.

Eine RuhrTriennale, die mit öffentlichen Geldern finanziert wird, darf kein Kulturangebot sein, das nur diejenigen erreicht, die sich die Tickets problemlos leisten können und sich ohnehin in den etablierten Kulturräumen bewegen.

Wir wollen eine RuhrTriennale, die diverser, niederschwelliger und sozial zugänglicher wird. Kultur muss sich stärker für Menschen öffnen, die bisher unterrepräsentiert sind – unabhängig von Einkommen, Herkunft, Alter, Behinderung oder sozialem Hintergrund.

Dazu gehören für uns auch sozialverträgliche Ticketpreise, niedrigschwellige Angebote und eine stärkere Ansprache von Kindern und Jugendlichen. Es geht darum, Menschen nicht nur als Publikum mitzudenken, sondern ihnen auch Möglichkeiten zu geben, Kultur selbst zu erleben, mitzugestalten und sich darin wiederzufinden. 
Gerade die Frage der Mitgestaltung ist wichtig. Ein gutes Beispiel ist das Klavierfestival, welches nicht nur ein Festival ist, sondern klassische Musik in Duisburger Grundschulen einbringt.

Denn die besondere Stärke des Ruhrgebiets ist doch seine Vielfalt. Diese Vielfalt sollte sich auch auf und hinter den Bühnen unserer großen Kulturinstitutionen widerspiegeln.

Für uns ist außerdem klar: Kultur darf nicht dauerhaft davon abhängig sein, ob gerade ausreichend Drittmittel eingeworben werden können. Wenn öffentliche Kulturangebote langfristig gesichert werden sollen, braucht es eine verlässliche öffentliche Finanzierung. 

Deshalb begrüßen wir auch, dass die Erhöhung des RVR an die entsprechende Beteiligung des Landes gekoppelt ist. Land und RVR stehen hier gemeinsam in der Verantwortung. 

Wir stimmen der Vorlage zu – aber verbunden mit einer klaren Erwartung: Mehr öffentliche Finanzierung muss auch mehr kulturelle Teilhabe ermöglichen.

Wir wollen eine RuhrTriennale, die nicht nur international ausstrahlt, sondern auch bei mehr Menschen im Ruhrgebiet ankommt. Bei Menschen, die die RuhrTriennale noch gar nicht auf dem Schirm haben, obwohl sie jedes Jahr vor ihrer Haustür stattfindet.

Ich freue mich auf den durch Herrn Duin angekündigten Austausch zu den Fragen mit der Geschäftsführung der Kultur Ruhr GmbH und hoffe, dass wir im Ausschuss dafür bald Zeit finden.

Vielen Dank!

 

Rede als PDF…

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