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Verbandsversammlung am 25.4.2005

Redebeitrag von Wolfgang Freye zur ?Metropole Ruhr? (redigiertes Manuskript)

 

Auch die PDS hält die Frage der Namensgebung für die Region für Auftritte bei der MIPIM oder bei der Expo Real für wichtig. Dabei macht ja schon die Überschrift des Tagesordnungspunktes 3, in dem es um die Eckpunkte der zukünftigen Entwicklung des RVR ging, deutlich, dass es nicht nur um die Namensgebung für Aktivitäten zur Wirtschaftsförderung geht.

Gerade weil wir die Frage für wichtig halten, lehnen wir den Vorschlag ?Metropole Ruhr? jedoch ab. Wir beantragen stattdessen, bei Auftritten den Namen ?Städteregion Ruhr? zu verwenden. Dieser Name ist im Zusammenhang mit der Kooperation der Kernstädte Städteregion Ruhr 2030 bereits international bekannt und positiv besetzt.

Ich will zwei Gründe anführen, warum wir den Namen ?Metropole Ruhr? ablehnen.

 

1.      Metropole ist man entweder, oder man ist es nicht. Stellen Sie sich einmal vor, New York oder Paris als klassische, gewachsene europäische Metropole würden mit dem Zusatz ?Metropole? auftreten. Das würde doch bei vielen eher zu einem müden Lächeln führen ? die beiden Städte haben es nicht nötig, sich so zu nennen. Jeder weiß, dass sie Metropolen sind.

Wenn wir für das Ruhrgebiet den Begriff Metropole verwenden würden, würde das fast unweigerlich zu Diskussionen führen, ob wir es denn sind. Und solche Diskussionen sind doch völlig kontraproduktiv. Die sollten wir gerade im Interesse der Werbewirkung lassen. Das Ruhrgebiet kann sich vor allem auf kulturellem Gebiet sehen lassen und braucht keinen Vergleich zu scheuen. Da brauchen nicht Ansprüch im Namen zu erheben.

 

2.      Der Begriff Metropole ist mit bestimmten Städteentwicklungskonzepten verbunden und beinhaltet Führungsansprüche. Metropole heißt wörtlich übersetzt Hauptstadt. Metropolen haben eine beherrschende Stellung in einem bestimmten Raum. Für solche Entwicklungskonzepte sind wir nicht, wir sind der Meinung, das Ruhrgebiet sollte vor allem für Städtepartnerschaft und Kooperation stehen, insbesondere auch gegenüber der Rhein-Schiene, mit der wir uns gemeinsam entwickeln müssen.

Das wird durchaus auch in der Fachdiskussion problamatisiert, z.B. in dem vor wenigen Jahren erschienenen Buch von Dirk Matejovski, ?Metropolen ? Laboratorien der Moderne?. Und Ungleichheit der Entwicklung, das gibt es auch nach innen.

In der NRZ vom 12. März 2005 konnte man ein Interview mit Matthias Bucksteege lesen. Zitat: ?Metropolen haben überall auf der Welt die Aufgabe, das wirschaftlich schwächere Umland mitzuziehen. Im Ruhrgebiet kommen da nur Essen und Dortmund in Frage. Essen hat andere Potenziale als etwa Bottrop und Dortmund ist nicht mit Herne zu vergleichen. Metropolenbildung heißt, eine gewissen Ungleichheit zu wollen?.

Im folgenden plädiert Bucksteege ausdrücklich für eine ungleiche Förderung. Und genau so eine Entwicklung wollen wir nicht.

 

Wir halten den bereits eingeführten Namen ?Städteregion Ruhr? für geeignet. Er lässt viel Raum für eine polyzentrische Entwicklung im Ruhrgebiet, und hier liegt eine der Stärken der Region. Die sollten wir nicht im Metropol-Begriff untergehen lassen.

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