Rede von Wolfgang Freye zur Biodiversitätsstrategie des Verbandes
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
es sind ja jetzt schon kräftige Worte für die Verabschiedung der Biodiversitätsstrategie gefunden worden, wie die Verabschiedung sei ein Meilenstein für die Region. Das sehen wir durchaus auch so. Ich würde vor allem eins noch hinzufügen: Der Regionalverband Ruhr (RVR) wird mit der heutigen Verabschiedung der Biodiversitätsstrategie seiner Rolle als Vorreiter in der Region gerecht.
Der entscheidende Punkt von dem, was jetzt beschlossen werden soll, ist doch, dass auf der Grundlage der Strategie ein regionales, mit den Kommunen entwickeltes und abgestimmtes Handlungsprogramm entwickelt werden soll. Das soll dann eben auch ganz konkrete Festlegungen beinhalten. Ich glaube, dass ist der Kernpunkt!
Das stand übrigens auch schon so in der Verwaltungsvorlage, der wir in der vorliegenden Fassung auch durchaus hätten folgen können. Flächenkonkurrenzen entstehen und bestehen. Dass es im Einzelfall Diskussionen um die Art der Entwicklung der einen oder anderen jetzigen Brachfläche geben wird, wo ein biodiverses Eigenleben durch die Brachlegung entstanden ist, ist klar.
In der vorliegenden Strategie wird diese Problematik bereits wie folgt verwiesen: Man müsse sich mit diesen bestehenden Konkurrenzen auseinandersetzen und sie konkret in der Diskussion, um die Perspektiven der einzelnen Fläche klären.
Auch wenn in dem Antrag der großen Koalition (SPD und CDU) damit eigentlich auch nichts Neues drinsteht, werden wir dem Antrag zustimmen, denn er verschlägt aus unserer Sicht nichts. Er weist eben nochmal speziell auf das Problem der Flächenkonkurrenzen hin, welches aber sowieso in der weiteren Bearbeitung Strategie behandelt wird.
Wir glauben schon, dass wir mit der Strategie in diesem wichtigen Punkt in der Region, der Frage der Weiterentwicklung und des Erhalts des Lebens, damit ein ganzes Stück weiterkommen.
Hinweisen möchte ich noch auf eins: In dem Antrag der Koalition ist auch davon die Rede, dass die Naturwaldzellen im Verbandsgebiet auf den Flächen von Ruhr Grün ausgebaut werden sollen. Wir haben uns als RVR-Fraktion mit diesen Fragen in der letzten Zeit intensiver befasst. Naturwaldzellen sind in Ordnung. Es kann aber nicht einfach darum gehen, darauf wollen wir aus unserer Sicht ausdrücklich hinweisen, Prozessschutzflächen, wo gar nichts passiert, nur zu erweitern. Das ist ja nicht das Gleiche. Es gibt heute ja durchaus Formen der naturnahen Waldbewirtschaftung. Sie ermöglichen es einerseits den Wald ökologisch vernünftig zu bewirtschaften. Andererseits kann man dadurch die gleiche Biodiversität in den bestimmten Waldabschnitten erreichen und erhalten, wie das bei naturbelassenen Waldflächen möglich wäre.
Ich denke schon, dass man da genau hinsehen muss, denn es ist eine Frage, wo und wie man wirtschaftliche Interessen und das große Interesse des Erhalts der Biodiversität der Flächen in Einklang und unter einen Hut bringen kann. Es kann nicht die Lösung sein, jetzt einfach alles brachliegen zu lassen. Das würde ja auch bedeuten, dass der Wald dann in diesem Bereich als Erholungs- und Freizeitraum wirklich nicht mehr genutzt werden kann, weil da niemand reindarf. Das wäre dann auch ein Problem.
Ich glaube, es gibt da andere Wege zum Erreichen der Biodiversität in den Wäldern des Verbandes. Wir haben dazu mit verschiedenen Fachleuten und Förstern bei Ruhr Grün gesprochen und einen Waldrundgang gemacht. Diese vorhandenen Möglichkeiten muss man sehr konkret diskutieren.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

