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Rede von Fatma Karacakurtoglu zum Freizeit-und Tourismuskonzept des Regionalverbandes Ruhr

Fraktion DIE LINKE im RVR, Fatma Karacakurtoglu

Sehr geehrter Herr Dr. Dudda, liebe Kolleginnen und liebe Kollegen,

es ist in der Tat wichtig, dass wir ein solches Freizeit- und Tourismuskonzept für die Region jetzt hier vor Ort haben, auch um die Lebensqualität unserer Region hervorzuheben und zu zeigen.

 

Der Bericht gibt unter anderem wieder, welche positive Wandlung sich hier im Ruhrgebiet auf diesem Gebiet in den letzten Jahrzehnten vollzogen haben. Allerdings finden wir es aus unserer Perspektive aber auch wichtig und notwendig, stärker darauf zu schauen, welche Tourismusfaktoren Migranten und Migrantinnen wichtig sind. Gibt es da Unterscheide und wo liegen sie? Welchen Einfluss hat das migrantische Leben in der Region und welche Änderungen haben sie hervorgebracht? Auf diese Fragen gibt der Teil des Konzeptes aus unserer Sicht zu wenige oder kaum Aussagen. Das sind aber wichtige Fragen, die man nun in dem anstehenden weiteren Beteiligungsprozess stärker diskutieren und beantworten sollte.
Ich will dafür zwei Beispiele geben:  
In dem Konzept wird nicht der Frage nachgegangen: Welche interkulturellen Feste finden hier statt, die eine große Ausstrahlung haben? Dabei gibt es sie, wie das Kulturfestival Festi Ramazan.
Was hat die Entwicklung im Duisburg-Marxloh – die Hochzeitsmeile – dazu beigetragen, dass heute Tourismus aus Belgien, den Niederlanden in diese Region stattfindet.
In dieser Hinsicht ist der Bericht etwas mangelhaft.
Wichtig wäre es jetzt auch zu diskutieren, was wir mit den Ergebnissen machen, welche Schritte wir zur Beseitigung von aufgezeigten Schwachstellen unternehmen wollen, denn viele der Punkte können nur durch und mit den Kommunen umgesetzt werden.
Ganz klar hat der Bericht dargelegt, dass wir in vielen Bereichen noch Nachholungsbedarf haben. Sie es bei der Anbindung an den ÖPNV, die Ausstattung der Tourismusbüros oder die Mehrsprachigkeit der Ausschilderungen und Ankündigungen. Touristen, die hierherkommen, müssen auch den Weg vom Flughafen oder Bahnhof in die Zielregion finden. Sie sollten Informationsmaterialien in Englisch oder Französisch vorfinden, damit sie sich besser orientieren oder an bestimmten Aktivitäten teilnehmen können.
Die Digitalisierung ist auch hier ein ganz wichtiges Thema, welches spätestens jetzt einer Überholung bedarf, um Prozesse in den Bereich zu beschleunigen. Wenn ich sehe, wie man in Paris, egal an welchem Ort in der Stadt, auch drei Stockwerke unter der Erde, noch super Internetempfang hat, man aber bei uns schon Schwierigkeiten in einzelnen Gebäuden hat, dann bedarf es hier einer schnellen Veränderung! Das ist eigentlich ein Unding und nun wirklich nicht mehr zeitgemäß. Da müssen wir wirklich auch nacharbeiten!
Wir freuen uns über das Konzept und hoffen, dass daraus Lehren gezogen werden, konkrete Schritte zum Abbau der Schwachstellen erwachsen und diese nachgearbeitet werden.
Vielen Dank an Herrn Kuczera und sein Team, die das Konzept erstellt haben!

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