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Redebeitrag von Wolfgang Freye zum TOP 2.24 Resolution „Ja zu Olympia in der Metropole Ruhr“

Wolfgang Freye
Wolfgang Freye

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

um es gleich vorwegzunehmen, dieser Resolution wird die Fraktion DIE LINKE nicht zustimmen.

Hier in der Region hat es in den letzten 25 Jahren durchaus sehr erfolgreiche Großprojekte, sehr erfolgreiche Bewerbungen und Durchführungen von Großkampagnen gegeben. Ich nenne die IBA, die Kulturhauptstadt, die Umgestaltung des Emscher-Landschaftsparkes. Essen mit der Grüne Hauptstadt im nächsten Jahr, gehört da im gewissen Maße auch dazu, die Klimametropole Ruhr und die Internationale Gartenbauausstellung (IGA), die uns ja für 2027 so gut wie sicher ist. Das freut uns und diese Projekte haben wir auch unterstützt.

 

Diese Projekte haben alle wirklich viel an Infrastruktur gebracht und auch die, die noch stattfinden, werden das bringen. Die IGA wird nach Schätzungen allein 300 Millionen Euro an Investitionen in der Region auslösen.

Die IBA und die anderen Projekte haben vor allem eins gebracht: Imagegewinn.

Jetzt ist unsere Frage: Welchen Imagegewinn für die Region soll die Olympiabewerbung in der gegenwärtigen Situation bringen? Das Internationale Olympische Komitee wird von vielen als korrupt angesehen und es gibt ja auch wirklich viele Korruptionsfälle und Formen von Bestechung. Vieles davon ist überhaupt noch nicht aufgeklärt. Im Gegenteil, es kommen immer noch neue Sachen auf den Tisch.

Bei den möglichen Erfolgen für die Infrastruktur ist es ja durchaus so - das will ich gar nicht abstreiten – dass es 1972 in München noch gut geklappt hat. München hat damals als Austragungsort der Spiele den Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs finanziert gekriegt. Aber bei anderen durchgeführten Olympiaden, vermutlich auch der letzten in Brasilien, wird es unter dem Strich auf große Verluste hinauslaufen. In Hamburg bspw. waren die Schätzungen so, dass dort 11,2 Milliarden Euro Kosten für Olympia eingeplant waren und nur 3,8 Milliarden Euro an Einnahmen. Also ein sehr, sehr hoher Verlust, den man nicht wieder eingespielt hätte und den man so auch nicht durch Verbesserungen in der Infrastruktur hätte kompensierten können.

Dementsprechend sind die Vorstöße in Hamburg oder in Oberbayern im Raum München/Garmisch grandios an Bürgerentscheiden gescheitert. Ich glaube nicht, dass das in dieser Region sehr viel anders ausgehen würde. Deswegen hat sich ja zum gegenwärtigen Zeitpunkt sogar das Deutsche Nationale Olympische Komitee gegen eine Bewerbung ausgesprochen hat und erst mal gesagt hat: Wir unterstützend das so nicht.

Die hier vorliegende Resolution selbst ist ja im Übrigen sehr widersprüchlich. In der Überschrift heißt es „Ja zu Olympia“ und hinten kommt raus: Da müssen wir aber erst die Bürgerinnen und Bürger befragen. Das könnten wir uns bei der Sache wirklich sparen, da das Ergebnis absehbar ist.

Wir haben verschiedene Großprojekte am Laufen, die auch gut sind bzw. in Planung sind. Ich habe die IGA erwähnt. Die sollten wir erst einmal durchführen. Dann sollten wir gemeinsam in der Region diskutieren, wie es hier weitergehen kann. Und es kann ja nicht immer mit Großprojekten weitergehen.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

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