Kosten für Olympia: Wüsts Aussagen unsolide
Die Linke im RVR: NRW-Ministerpräsident baut finanzielle Luftschlösser
Die Fraktion Die Linke im RVR hält die Erklärung von Ministerpräsident Hendrik Wüst zu den Kosten für Olympia in NRW für völlig unsolide. Ohne jeden Beleg erklärte Herr Wüst am 17.1.2026 gegenüber den Medien, dass die Durchführung der Olympischen Spiele in NRW nur 4,8 Mrd. Euro Kosten würde bei Einnahmen von 5,2 Mrd. Euro.
Wolfgang Freye, Co-Vorsitzender der Fraktion Die Linke im RVR: „Mal einfach so, vor dem Start der Werbekampagne des Landes, solche Zahlen in die Welt zu setzen, ist nicht nur unseriös, sondern auch unglaubwürdig. Für welche Spiele steht diese Aussage – für 2036, 2040 oder 2044? Das ist ein Zeitraum von acht Jahren, in dem die Kosten wohl kaum gleichbleiben. Und wie kann es sein, dass die Austragung von Olympia in NRW in 17 verschiedenen Städten um 27 % günstiger sein soll, als in einer Stadt, in Paris? Das ist völlig unglaubwürdig.“
Im September letzten Jahres hat der französische Rechnungshof erklärt, dass die öffentlichen Ausgaben für die Olympischen Spiele in Paris 2024 bei 6,6 Mrd. Euro lagen, etwa dreimal so hoch, wie ursprünglich geplant. Allein 1,4 Mrd. Euro wurden für die Sicherheit ausgegeben, eine Summe, die bei dem dezentralen Konzept sicherlich höher sein wird.
Wolfgang Freye weiter: „Sicherlich ist es eine komplexe Aufgabe, Kosten zu kalkulieren, die erst in 10, 14 oder 18 Jahren entstehen. Wäre es nicht klüger Herr Ministerpräsident Wüst, das offen anzusprechen? Das Kleinrechnen von Ausgaben vor dem Start der Bewerbungskampagne halten wir jedoch für unmöglich. Die Bürger*innen wollen belastbare Zahlen und keine rechnerischen Luftschlösser. Über das Hochrechnen von Einnahmen wollen wir erst gar nicht reden. In den letzten Jahrzehnten gab es nur einmal Olympische Spiele, die ein Plus erwirtschaftet haben, das war Los Angeles 1984.“

